Schandmaul – Das sind sechs Musiker aus Fürstenfeldbruck bei München, die im vergangen Jahr mit dem Unplugged-Album "Kunststück" einen Überraschungserfolg landeten und mittlerweile zu einer der erfolgreichsten Bands des Folkrock-Genres zählen. Die Gruppe wurde 1998 aus der Idee heraus geboren, ein gemeinsames Konzert mit Folk-Stücken auf die Beine zu stellen. Den ersten Konzerten folgte rasch die erste CD "Wahre Helden", die 1999 in Eigenproduktion erschien. Inzwischen haben die "Schandmäuler" sechs weitere Alben heraus gebracht; zuletzt "Mit Leib und Seele", das sich in den Top 10 der Media Control Charts platzierte.
Im Interview spricht Matthias Richter (im Foto rechts), seit 2002 Bassist bei Schandmaul, über aktuelle Trends und Entwicklungen in der Musikbranche.
Matthias: Musik begleitet mich schon mein ganzes Leben. Mit 13 hab ich angefangen zu träumen, vom Musikerdasein. Ich tue es auch heute noch.
Matthias: RHCP "BloodSugarSexMagic"
Matthias: Nur auf Tonträgern, meine Eltern haben einen CD-Laden.
Matthias: Ich habe einen iPod.
Matthias: CD-Player, meinen Arbeitsplatz und unterwegs den iPod.
Matthias: Finde ich nicht. Ich bin da aber sicher auch eher altmodisch. Wenn mir Musik gefällt, will ich einfach die Originale CD haben.
Matthias: Ja, das denke ich schon. Ich werde mir aber wahrscheinlich nie einen Song oder eine CD aus dem Netz runterladen.
Matthias: Das ist wahrscheinlich so. Aber sie wird nicht total aussterben, es gibt ja auch noch genug Leute die CDs kaufen und nicht alles auf irgendwelchen Festplatten, Wechseldatenträgern oder auf gebrannten Rohlingen wollen.
Matthias: Leider sehr wenig, dass kann ich seit Jahren bei meinen Eltern beobachten. Da muss man verstärkt auf andere Produkte wie Hörbücher, Bücher oder DVDs setzen. Schade finde ich daran: In unseren Laden kommen oft Leute, summen eine Melodie vor oder suchen etwas Spezielles wo sie weder Interpret noch Titel kennen. Oft gehen sie dann glücklich wieder, weil z.B. grad mein Papa durch seine 30 Jahre mit seinem Laden halt echt viel kennt. Was ich meine, die persönliche Beratung ist in kleinen Läden noch gegeben. Im Netz muss man selber suchen, außerdem ist alles sehr unpersönlich. Die Chancen für einen Plattenladen in der heutigen Zeit sind aber sicher schlecht. Gut, wenn man dann wenigstens schon einen Namen hat und Stammkundschaft, die gerne kommt und den Service wertschätzen kann.
Matthias: Kann vielleicht schon beides sein. Ich sehe das aber sehr skeptisch und sehe es dadurch wohl eher als Umsatzhemmer.
Matthias: Definitiv ist die Plattform des Gratis-Downloads für viele Bands, die noch sehr klein sind und keine Partner im Rücken haben, die auch mal richtig Geld in Promo-Aktionen stecken können, eine gute Möglichkeit sich Gehör zu verschaffen. Ich verurteile auch nicht alles, wir selbst haben auch erkannt wie wichtig es ist, das Internet ernst zu nehmen. Aus unserer Zeit ist das nicht mehr wegzudenken und eine Homepage, die regelmäßig erneuert und verbessert wird, ist für jede Band sehr wichtig. Wir hatten letztes Jahr um die 14 Mio. Klicks auf unsere Seite. Daran sieht man ja den Stellenwert des Internets.
Matthias: Sorry, da muss ich passen. Hab davon noch nie etwas gehört.
Matthias: Wir hatten noch nie einen Kopierschutz. Ob das wirklich Sinn macht oder nicht, weiß ich auch nicht. Ich hatte auch schon mal CDs, die aufgrund des Kopierschutzes nicht im Auto liefen. Das hat mich dann auch gelangweilt. Andererseits finde ich es auch ok, wenn man versucht der illegalen Vervielfältigung entgegenzuwirken. Aber im Grunde kriegt man ja eh alles irgendwie gezogen, wenn man weiß wie und wo man im Netz suchen muss.
Matthias: Das glaube ich nicht. Es ist halt doch was anderes gemütlich eine Zeitung durchzublättern, als immer vor dem Bildschirm zu sitzen. Eine Zeitung kann ich auch überall mitnehmen, sei es im Zug, aufs Klo oder sonst wo. Selbst der beste Laptop macht halt irgendwann schlapp, wenn er nicht an der Dose hängt.
Matthias: Naja, ich glaube MTV-VIVA machen das selber. Ich kann mir das nicht mehr anschauen. Es kommt fast nie Musik, wenn dann immer das gleiche, und im Grunde sind das Dauerwerbesendungen geworden. Nach 10 Minuten Werbung für Klingeltöne ist bei mir der Spaß vorbei, vor allem wenn daraufhin ein Video kommt und im Anschluss erst mal wieder irgendein Schrott. Mit Musik hat das doch nichts mehr zu tun.
Wer weitere Infos zur Band sucht, dem sei die offizielle Homepage www.schandmaul.de empfohlen. Dort finden sich auch einige MP3-Ausschnitte zum Downloaden.