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39 Prozent der Musikdownloads sind kopierschutzfrei

Bei einer aktuellen Erhebung zeigte sich, dass zehn der größten deutschen Musikdownloadportale insgesamt 31 Millionen Songs digital zum Verkauf anbieten, knapp 40 Prozent sind ohne Kopierschutz. Gefragt wurde auch nach dem Reizthema Filesharing.

Hamburg (red) - In der Studien-Erhebung "digital music facts 2008" haben das IT-Magazin Netzwelt.de sowie die Zeitschriften Werben & Verkaufen und Musikwoche zehn der größten Musikdownload-Portale in Deutschland untersucht. Berücksichtigt wurden nur Portale, die Songs zum Kauf anbieten.

iTunes von Apple ist mit 8 Millionen Songs das größte Portal in Deutschland, gefolgt von Napster mit 6 Millionen Songs. Nimmt man die 31 Millionen insgesamt angebotenen Songs als Basis (das entspricht allerdings nicht der Anzahl der verschiedenen Songs, vielmehr gibt es darunter zahlreiche Doppelungen), so hätte iTunes einen "Marktanteil" von 26 Prozent, Napster von 19 Prozent und musicload von 11 Prozent.

WMA-Anteil ist immer noch der höchste

Wenngleich der Anteil an Microsofts digitalem Musikformat Windows Media Audio (WMA) zurückgeht, wird dennoch 51 Prozent der im Internet vertriebenen Musik in diesem Format angeboten, gefolgt vom Format Advanced Audio Coding (AAC) mit 30 Prozent. AAC ist ein von Dolby, Fraunhofer, AT&T, Nokia und Sonyentwickeltes Format. Allerdings verwenden es in Deutschland unter den zehn großen Musikdownloadportalen lediglich Apple mit seinem iTunes Store (100 Prozent AAC) sowie das Downloadportal 7digital (86 Prozent der Songs sind hier in diesem Format).

28 Prozent der von den zehn großen Musikportalen angebotenen Songs werden als MP3 angeboten - mit 256 Kbit/s bzw. 320 Kbit/s. Das einzige Portal, das 100 Prozent seiner Songs in diesem beliebten Format anbietet, ist akuma.de. Vier der zehn größten in der Studie berücksichtigten Portale bieten mindestens zwei unterschiedliche Formate an (MP3 und WMA), zwei Portale bieten drei Formate an (MP3, WMA, Ogg Vorbis), vier Portale bieten lediglich ein Format an.

Anzahl der Downloads kaum nachvollziehbar

Kaum Angaben machen die Portale zur Anzahl ihrer Downloads - sie bewegen sich im Monat von 17.000 (akuma.de) bis 6,4 Millionen iTunes (weltweit). Verifizieren lassen sich diese Angaben jedoch nicht. Grundsätzlich unterstützen fast alle Musikportale die diversen Browser-Hersteller: Alle Musikportale funktionieren mit dem Internet Explorer sowie dem Firefox. Safari und Opera unterstützen nur 64 Prozent der in der Erhebung berücksichtigen zehn großen Musikdownloadportale - das sei in erster Linie auf bestimmte Kopierschutztechnologien zurückzuführen.

Aggressionen gegen die Musikindustrie

Auf die Frage "Weshalb nutzen Sie Filesharing-Angebote" sagten 12 Prozent "Ich habe Aggressionen gegen die Musikindustrie, die jahrelang ihr Monopol missbraucht hat, und die Preisspirale für Alben immer weiter nach oben getrieben hat". Außerdem gaben 4 Prozent an: "Ich habe Aggressionen gegen die Maßlosigkeit der Vergütung von Künstlern". 9 Prozent sagten schlicht "Ich habe kein Geld" und 3 sagten, sie hätten "Geld, aber keine Lust zu zahlen". Allerdings sagten auch 20 Prozent, sie würden Musik kaufen, obgleich sie sonst Filesharing betrieben, "sofern der Preis stimmt". Diese Frage wies allerdings eine Abbrecherquote unter den Umfrage-Teilnehmern von 77 Prozent auf, trotz der Zusage, diese Daten alle anonym zu verwerten.


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