In 41 Prozent aller Haushalte in Deutschland befindet sich mindestens ein MP3- oder ein MP4-Spieler. Nach der aktuellen Studie "Die Zukunft der digitalen Consumer Electronics – 2008", die der Branchenverband Bitkom zusammen mit Roland Berger Strategy Consultants herausgegeben hat, gingen von 2005 bis 2007 in Deutschland annähernd 24 Millionen Geräte über die Ladentheken. In diesem Jahr werden nach Bitkom-Prognosen voraussichtlich knapp sieben Millionen MP3- und MP4-Spieler verkauft.
Kurz nach Einführung des MP3-Players hat der Markt auch in Deutschland regelrecht abgehoben. Die Wachstumsraten lagen bei mehreren hundert Prozent pro Jahr. Ihren Höhepunkt erreichte die Nachfrage im Jahr 2005. Damals wurden 8,4 Millionen Geräte für insgesamt fast 700 Millionen Euro verkauft. Inzwischen sind die Player in zahlreiche andere Geräte integriert - wie Handys, Autoradios oder Navigationssysteme. Die Absatzzahlen reiner MP3- und MP4-Spieler sind entsprechend leicht zurückgegangen. In diesem Jahr werden wohl knapp sieben Millionen Geräte für 498 Millionen Euro verkauft.
Bereits 1995 hatte die deutsche Firma Pontis den ersten tragbaren MP3-Player konstruiert. Dieses Gerät mit dem Namen "MPlayer3" fand allerdings den Weg in die Verkaufsregale nicht. Es war zu teuer und zu unpraktisch. Das Gerät hatte zum Beispiel keinen eigenen Speicher. Als Tonträger fungierten Multimedia-Cards, die in die vorgesehenen Schächte gesteckt werden mussten. Erst drei Jahre später gelang der Technologie mit dem "PMP 300" der Durchbruch. Der PMP 300 war das erste vollwertige Gerät, das MP3-Dateien intern speichern und abspielen konnte und gleichzeitig klein und handlich war. Mittlerweile ist eine große Auswahl unterschiedlicher Geräte auf dem Markt.
Der große Vorteil der MP3-Player bestand vor allem in der Speichertechnik. Das weitgehend in Deutschland entwickelte Komprimierungsformat MP3 sorgte für wesentlich kleinere Datenmengen ohne Verluste beim Hörgenuss. Als Tonträger wurden erstmals die gegen Erschütterungen unempfindlichen Flash-Speicher eingesetzt. Damit waren die Zeiten leiernder Kassetten und verspringender CDs vorbei. Außerdem sind die Flash-Speicher klein und brauchen kaum Energie, so dass die Abspielgeräte deutlich kompakter werden konnten. Im Sog des Erfolgs der MP3-Spieler kamen noch andere neue Angebote auf den Markt. So entwickelte sich das Radio zum Mitnehmen, der so genannte Podcast. Aus dem Internet können dabei Radiosendungen oder andere Audio-Angebote direkt auf den MP3-Spieler geladen werden. Auch neue Online-Musikportale wie iTunes oder Musicload verdanken ihren Erfolg letztlich den kleinen Geräten.
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