Laut einer aktuellen Untersuchung der britischen Hertfordshire Universität, von der die Computerwoche berichtet, entsprechen etwa 48 Prozent der Dateien auf einem MP3-Player illegalen Kopien. Die Gruppe der 14- bis 17jährigen sei mit einem Anteil von 61 Prozent deutlich überrepräsentiert. Diese Zahlen übertreffen jede Erwartungen im negativen Sinne, so das Magazin.
Lediglich 14 Prozent der Tracks stammen von den eigenen CDs der Jugendlichen. Experten für Musik-Piraterie überraschen die Zahlen jedoch nicht. Da die gängigen MP3-Player immer größeren Speicherplatz besäßen, seien 800 illegale Songs im Verhältnis nicht ungewöhnlich und nicht viel. Des Weiteren sei die Anzahl der MP3-Geräte stark angestiegen. Darüber hinaus zeigt eine vorhergegangene Studie, dass knapp zwei Drittel aller Jugendlichen einen Teil ihrer illegalen Titel von CDs ihrer Freunde kopieren.
Auf Grund dieser Entwicklungen fordern Organisationen wie British Music Rights dazu auf, neue und legale Dienste zu entwickeln. Gleichzeitig müssten diese dann aber auch für junge User attraktiv gestaltet werden, damit illegales Filesharing in den Hintergrund rückt. In Deutschland gäbe es bereits viele legale Plattformen, die auch immer mehr Zuwachs finden könnten. Trotzdem entfallen in der Statistik zehn illegale kopierte Songs auf lediglich einen legalen.
Das Phänomen der illegalen Musiktitel ist besonders bei den jüngeren Altersgruppen präsent. Erklärt wird dies mit einer anderen Einstellung gegenüber Technik und Musik der jüngeren Generation. Des Weiteren sind sich auch die meisten Benutzer über die Illegalität von Raubkopien bewusst. Allerdings berichtet die Computerwoche, dass 80 Prozent derer, die sich Musik herunterladen, grundsätzlich dazu bereit seien für einen legalen Abo-Service aus dem Internet zu zahlen.
Trotz dieser insgesamt eher negativen Ausgangslage zeigt sich die Musikindustrie durchaus optimistisch für die Zukunft. Für illegale Tauschbörsen sei es heute schwerer denn je sich zu behaupten, denn diese würden, im Gegensatz zur Vergangenheit, keine Geldgeber mehr finden. Daraus resultiere eine veraltete Technik der meisten Plattformen, die für die Nutzer unattraktiv werden lassen.
Im viel beachteten Rechtsstreit mit dem Internetportal Youtube hat die Gema Berufung eingelegt. Das Urteil geht der Rechteverwertungsgesellschaft noch nicht weit genug. Es war entschieden worden, dass Youtube Videos nach Beschwerden der Rechteinhaber löschen muss.
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