EMI, Apple, Universal Music, Warner, Sony - immer mehr und immer wichtigere Anbieter am Markt für Online-Unterhaltungsmusik verzichten auf verbraucherfeindliche Rechtemanagementverfahren, abgekürzt DRM (Digital Rights Management). Dr. Martin Steinebach vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informations-Technologie (SIT) begrüßt diese Entwicklung - und weist darauf hin, dass DRM-frei nicht "schutzlos" bedeuten müsse. So würden digitale Wasserzeichen als einfach zu handhabendes und zuverlässiges Abschreckungsmittel gegen die unerlaubte Weitergabe von Medien immer populärer.
Das SIT verzeichne Kunden unter anderem aus Deutschland, den USA, Russland, Indonesien, England, Polen und der Schweiz. Die Wasserzeichen-Technologie des SIT für Hörbücher und Musikstücke basiert auf nicht hörbaren Differenzen bei Lautstärke und Tonhöhe, die vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen und ohne Kenntnis des Einbettungsalgorithmus und des Wasserzeichencodes auch mit Computerhilfe nicht festgestellt werden können - und was nicht messbar ist, kann auch nicht zielgerichtet entfernt werden. Eingebettete Wasserzeichen verschlechtern also nicht die hörbare Tonqualität. Andere Versionen der digitalen Wasserzeichen sind für Bilddateien und digitale Videos verfügbar.
Die aus Sicht des SIT logische Konsequenz der Verbreitung von Audio-Wasserzeichen sei nun die Einführung aktiver Suchsysteme, auf deren Basis automatisiert Inhalte in den verschiedensten Verbreitungswegen des Internets aufgespürt werden können. In Steinebachs Team wurde bereits eine Software entwickelt, die im Internet gezielt potenziell illegale Kopien aufspürt. Diese Software agiert automatisch als Teilnehmer einer Tauschbörse oder lädt die Dateien direkt von Webservern herunter und durchsucht sie nach dem Wasserzeichen, das, falls vorhanden, Rückschlüsse auf die Quelle der illegalen Kopien erlaubt.
So sei es im Gegensatz zu anderen Maßnahmen gegen die illegale Nutzung von Tauschbörsen, die auf mitprotokollierten IP-Adressen basieren, nicht notwendig, einzelne Download-Nutzer zu identifizieren. Die markierten Medien wiesen dem Rechteinhaber direkt den Weg zu denjenigen, die sie unberechtigt zum Download zur Verfügung gestellt haben, da das nicht entfernbare Wasserzeichen alle notwendigen Informationen zur Zurückverfolgung der illegalen Kopien beinhalte.
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