Ob Musik, Hörbücher, Videos, Spiele oder Software - noch nie wurde so viel aus dem Netz heruntergeladen wie 2006. Insgesamt stieg die Anzahl der legalen Downloads in Deutschland auf 31 Millionen, der Umsatz auf 131 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Markt damit um etwa ein Drittel. Das teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) am Dienstag in Berlin mit. Die bisherige Umsatz-Prognose von 120 Millionen Euro für 2006 wurde übertroffen. "Der Markt hat sich besser entwickelt als erwartet. Das liegt auch an der zunehmenden Verbreitung schneller Internetzugänge, die das Herunterladen einfacher machen. Anfang 2007 verfügten 37 Prozent der Haushalte über einen Breitbandanschluss, drei Jahre zuvor erst 12 Prozent", sagte Jörg Menno Harms, Vizepräsident des BITKOM.
Auch für 2007 rechnet der BITKOM mit einem deutlichen Wachstum auf dem deutschen Download-Markt. Der Umsatz klettert von 131 Millionen (2006) auf voraussichtlich 157 Millionen Euro (2007) - ein Plus von 20 Prozent. Ähnlich stark entwickelt sich der Absatz. Die Anzahl der legalen Downloads von Musiktiteln, Hörbüchern, Videos, Spielen und Software steigt um 23 Prozent von 31 Millionen (2006) auf 38 Millionen (2007). Zum Vergleich: 2005 lagen die Downloads noch bei 23 Millionen, der entsprechende Umsatz bei 103 Millionen Euro. Grundlage für die Angaben ist eine kontinuierliche Erhebung des Marktforschungsinstituts GfK für den BITKOM.
Softwareprogramme machen den Löwenanteil der Umsätze aus. Sie werden zwar seltener heruntergeladen als Lieder, kosten aber mehr als einzelne Songs. Beim Absatz wird der Gesamtmarkt weiterhin von Musik dominiert. So handelte es sich bei acht von zehn Downloads (84%) in 2006 um Lieder. An den Umsätzen hatte Musik einen deutlich geringeren Anteil. Nur jeden dritten Euro (37%) nahmen die Anbieter in diesem Download-Segment ein.
Dennoch: Im vergangenen Jahr war die Anzahl der Musik-Downloads auf das Allzeithoch von 26 Millionen geklettert, der Umsatz auf 48 Millionen Euro. Damit wuchs der deutsche Markt gegenüber 2005 um ein Drittel. Harms: "Wir rechnen für 2007 mit etwa 33 Millionen herunter geladenen Einzelsongs und Alben. Das wird die Umsätze auf circa 60 Millionen Euro heben." Der Erfolg des digitalen Musikmarkts geht dabei vor allem auf die Nachfrage von Männern zurück. Nur jedes dritte Lied wird von einer Frau heruntergeladen. Ähnlich deutlich ist das Bild bei der Altersstruktur. Etwa 45 Prozent aller Käufer digitaler Musik sind jünger als 30 Jahre. Das Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren.
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