Bereits vor zwei Jahren stellten Philips und das amerikanische Unternehmen E Ink Corporation den voll funktionsfähigen Prototyp eines Displays auf rein organischer Grundlage vor. Dieser war drei Zehntel Millimeter dünn, flexibel wie Papier, extrem leicht und praktisch unzerbrechlich, so die Hersteller. Nun könnten erste Endprodukte entwickelt werden. Der Einsatzbereich dafür reiche von elektronischen Landkarten bis zu elektronischen Zeitungen. Schon in den nächsten zwei Jahren könnte laut Philips die Massenproduktion des papierähnlichen Displays gestartet werden.
Das unter der Produktbezeichnung PV-QML5 vorgestellte Schwarzweiß-Display aus Kunststoff soll so dünn und biegsam wie Papier sein und auf einer Diagonalen von fünf Zoll über 320 x 240 Bildpunkte verfügen. In ausgeschaltetem Zustand lasse es sich auf 1,5 Zentimeter zusammenrollen. Mit vier Graustufen und einem Kontrast von 10 zu 1 ist es praktisch unter allen Bedingungen gut lesbar – auch bei hellem Tageslicht.
Displays auf Polymerbasis sind, so Philips, ein neuer Meilenstein in der Entwicklung der Bildschirmtechnologie. Im Gegensatz zu klassischen Displays bestehen sie fast ausschließlich aus organischen Materialien, die in zwei Schichten organisiert sind. In der einen befindet sich elektronische Tinte aus Kunststoff-Teilchen, in der anderen sind winzig kleine Dünnfilmtransistoren (TFTs) angeordnet, die die Weiß und Schwarz-Anteile der elektronischen Tinte aktivieren. Bei negativer Ladung erscheinen die Kunststoff-Teilchen in weißer, bei positiver Ladung in schwarzer Färbung. So sollen Bilder von hervorragender Schärfe entstehen.
Auch andere Mobilanwendungen wie Notebooks und Mobiltelefone könnten von den Vorteilen dieser neuen Bildschirmtechnologie profitieren. So können die Displays, wenn sie nicht gerade benutzt werden, in kleinformatigen Gehäusen aufgerollt werden. Aufgrund des niedrigen Stromverbrauchs der elektronischen Tinte kommen die Geräte mit kleineren Akkus oder Batterien aus, was sich positiv auf Gewicht, Handling und Kosten auswirkt.
Zu den ersten Anwendungen für das aufrollbare Display im Füllfederhalterformat dürften elektronische Bücher, vor allem aber Fachinformationen gehören. Geschäftsleute können dann von unterwegs schnell und einfach auf die neuesten Informationen aus ihrer Branche zugreifen.Über den Preis eines solchen papierähnlichen Displays hat Philips bislang aber noch nichts verlauten lassen.
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