Die Breitband-Szene setzt künftig mehr und mehr auf das so genannte "Triple Play", die TK-Konzerne fordern zunehmend die etablierte TV-Szene heraus. Neben den klassischen Verbreitungswegen wie Kabel, Satellit und Antenne bieten sie mit der rückkanalfähigen Breitband-Übertragungstechnik DSL eine Plattform für Unterhaltungsmehrwert im Wohnzimmer. Mit Hilfe des Triple-Play-Ansatzes, also der Bündelung von TV, Telefonie und Internet, wollen sie ihren Breitbandstrategien einen zusätzlichen Schub verleihen.
Auch hierzulande springen die Festnetzbetreiber auf diesen Zug auf. Wollen aber die Anbieter ihre Wachstumschancen realisieren, so stellt die Unternehmensberatung Mercer Management Consulting fest, müsse ihr Fokus auf Mehrwertdiensten liegen, die Vorhandenes besser machen: flexibleres Fernsehen, On-Demand-Inhalte und Videotelefonie. Dies setze günstige Endgeräte, Plug & Play sowie hohe Nutzerfreundlichkeit in der Bedienung, Top-Content und besonders zugeschnittene Angebotsstrukturen voraus.
Mit DSL-Bandbreiten von mehreren Megabits wäre das Fernsehen aus der Telefondose durchaus attraktiv. Langsam kommt auch Bewegung ins Spiel, denn beispielsweise durch Triple-Play-Angebote via Kabel oder regionale Netzbetreiber stehen die großen Carrier zunehmend im Wettbewerb um die gesamte Kundenbeziehung, denn: Ein Bündelkunde geht oft vollständig weg und ist dann nur schwer zurückzugewinnen.
Im Gegensatz zu Ländern wie der Schweiz, Belgien oder Frankreich steckt Triple Play herzulande noch in den Kinderschuhen. Die Herausforderung sei groß, so die Mercer-Experten, denn in Deutschland sind schon heute mehr als 90 Prozent der Haushalte so genannte "Multichannel-Haushalte", sie empfangen mehr als 30 TV-Programme. Ein wesentlicher Treiber für TV über DSL fehlt also. Das Angebot müsse demnach auf anderes, besseres Fernsehen gerichtet werden und das vorhandene Free-TV ergänzen.
"Vision on TV", das Angebot von T-Online für das Wohnzimmer, zeige zwar bereits in die richtige Richtung, sei allerdings nur ein erster Entwicklungsschritt hin zu einem massenmarktfähigen Produkt, meint man bei Mercer. Die erforderliche Set-Top-Box müsse preislich attraktiver werden, das Video-on-Demand-Angebot gehöre näher an die DVD gebracht und wichtige Mehrwertdienste wie Videotelefonie müssten ausgebaut werden. Die Mercer-Experten zitieren zur Verdeutlichung einen amerikanischen Carrier, der herausgefunden habe: "Wenn wir den Kunden sagen, dass sie durch das Video-on-Demand-Abo keine Videothek mehr brauchen, dann müssen wir auch die gleichen Top-Filme zur gleichen Zeit anbieten."
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