Der Software-Riese Microsoft wird in diesem Jahr nur noch in deutlich reduzierter Form auf der Münchner IT-Messe Systems vertreten sein, nämlich mit einem Stand von 65 Quadratmetern im Bereich IT-Security. Im vergangenen Jahr präsentierte sich das Unternehmen noch mit einem Partnerstand auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern sowie mit einem kleineren Stand bei den Sicherheitslösungen. Das meldet die Computer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 21. Juni 2004.
"Die Entscheidung von Microsoft kommt für uns überraschend", so Systems-Chef Klaus Dittrich gegenüber der Zeitung. Immerhin seien das Unternehmen und die Messe über 20 Jahre lang partnerschaftlich verbunden gewesen.
Auffällig ist der Zeitpunkt der Entscheidung: Am 3. Juni hatte die Systems angekündigt, der Migration der Landeshauptstadt München auf das Open-Source-Betriebssystem Linux ein Forum zu bieten, in dem die Stadtverwaltung den Fortschritt des Projekts präsentieren und mit den Messebesuchern diskutieren kann. Rund zwei Wochen später, am Mittwoch, dem 16. Juni, hat der Münchner Stadtrat die Grundsatzentscheidung zur Migration bestätigt und die Feinkonzeption beschlossen.
Dass ein Zusammenhang zwischen dem Stadtratsvotum und der Entscheidung von Microsoft besteht, kann sich Dittrich jedoch nicht vorstellen. Diese Sichtweise bestätigt Microsoft-Sprecher Hans-Jürgen Croissant der Zeitung: "Die Entscheidung von Microsoft, die Präsenz auf der Systems deutlich zu reduzieren, hat mit dem Votum des Münchner Stadtrats für einen Umstieg auf Linux nichts zu tun." Vielmehr wünschten Kunden und Partner stärker regional orientierte Beziehungen mit Microsoft. "Das ist der Grund für unsere Entscheidung bezüglich der Präsenz auf der Systems. Andere Zusammenhänge herzustellen, entspräche nicht den tatsächlichen Gegebenheiten."
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