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CDs ohne Kopierschutz: S.A.D. gründet eigenes Label

Nach mehreren gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Musikindustrie kündigt der Ulmer Hersteller von Kopiersoftware an, nun selbst mit alternativen Konzepten ins Musikgeschäft einsteigen zu wollen.

Während die Musikmajors mit Abmahnungen und der Entwicklung neuer Kopierschutzmaßnahmen gegen die Krise auf dem Tonträgermarkt anzukämpfen versuchen, will sich nun ein altbekannter Kritiker der Branche selbst in diesem Metier engagieren. Die Ulmer Softwarefirma S.A.D., bekannt als Hersteller von Kopierprogrammen wie MovieJack und CDRWIN, hat hierzu ein eigenes Plattenlabel gegründet.

Nach Ansicht von S.A.D. gibt es "tausend gute Gründe" für das Unternehmen, diesen Schritt zu wagen. Auf einer eigens für das neue Plattenlabel s.a.d. music eingerichteten Internetseite sammeln die Macher zumindest eintausend Argumente für einen alternativen Tonträgermarkt. Unter dem unten genannten Link können Musikfans sich an der Sammlung beteiligen. Sind tausend Gründe beisammen, will s.a.d. music dort das Geheimnis um die ersten Plattenverträge lüften.

Mit dieser Maßnahme reagiert das Unternehmen auf die gerichtliche Auseinandersetzung mit den Musikmajors um die Privatkopie Anfang des Jahres. S.A.D. zog dabei wegen der hohen Streitsummen den Kürzeren. Offensichtlich beschäftigten sich die Verantwortlichen bei S.A.D. seither mit der Gründung eines eigenen Tonträgerlabels. Die Überlegung dabei war: Statt sich in einen kostspieligen jahrelangen Rechtsstreit zu stürzen oder für die eigenen Kopierschutzknacker nach Gesetzeslücken zu suchen, will S.A.D. seine Mittel nutzen, um eine Alternative zu den großen Musiklabels aufzubauen.

"Der Niedergang der Musikindustrie verläuft weiterhin so überraschungsfrei wie wir ihn vorhergesagt haben.", schildert Robert Knapp von S.A.D. die Situation. "Mit der Musikindustrie als Partner konnten wir nicht an Lösungen arbeiten, jetzt machen wir das eben ohne sie." S.A.D. kündigte an, den Preispunkt für Neuveröffentlichungen bei 12 Euro statt 16 Euro zu setzen, selbstverständlich auf Kopierschutzverfahren zu verzichten und die eigenen Musikacts live auf Tour zu bringen und nicht alleine auf Videorotationen zu setzen.

Am 16. Juli will s.a.d. music seine Künstler im Rahmen einer Releaseparty live vor geladenen Gästen präsentieren. Wer eine der limitierten Einladungen gewinnen möchte, hat auf der Internetseite von s.a.d. music die Möglichkeit dazu.


www.s-a-d.de/music

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