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Fernsehsucht? US-Bürger will TV-Anbieter verklagen

Berichten zufolge droht ein US-Amerikaner seinem Kabel-TV-Anbieter mit einer Klage. Der Mann will sein Kabelfernsehen loswerden, hat trotz mehrerer Beschwerden aber immer noch Zugang dazu.

Der gemeinnützige Verein mediarisk international will medien- und internetsüchtigen Menschen helfen und auf deren Probleme aufmerksam machen. Eher komisch mutet jedoch das Schicksal eines Betroffenen aus den Vereinigten Staaten an, von dem der Verein auf seinen Internetseiten berichtet. Dieser Meldung zufolge, die sich unter anderem auf einen Polizeibericht aus Wisconsin stützt, macht ein US-Bürger seinen Kabel-TV-Anbieter dafür verantwortlich, dass er fernsehsüchtig geworden sei.

Der Timothy D. genannte Bürger aus Wisconsin macht den Kabelbetreiber dafür verantwortlich, dass er fernsehsüchtig, seine Frau übergewichtig und seine Kinder faul geworden seien. Dem Bericht zufolge will D. den Kabelbetreiber sogar verklagen, weil er trotz mehrfacher Aufforderung, den Zugang zum Programm abzuschalten, das Kabelfernsehen immer noch empfangen könne. Der Mann fordert offenbar vom Betreiber 5000 Dollar oder drei Computer sowie zusätzlich lebenslangen freien Internetzugang. Sollte das Unternehmen seine Forderungen erfüllen, werde er auf eine Klage verzichten, heißt es.

Laut mediarisk international sei der US-Bürger auch persönlich bei dem Kabelbetreiber vorstellig geworden, was jedoch außer einer Notiz im Polizeibericht keine nennenswerten Konsequenzen gehabt habe. Besonders kurios: Timothy D. muss seit Jahren nicht mehr für das Programm bezahlen, kann es aber immer noch empfangen.

Unschwer vorzustellen, dass der Kabelbetreiber die Klage nicht sonderlich ernst nimmt und in erster Linie darauf verweist, dass es nicht nachweisbar sei, dass Fernsehen abhängig mache. Solche Äußerungen hört Gabriele Farke von mediarisk international weniger gern: "Fernsehsucht ist noch nicht als Krankheit anerkannt, noch weniger als Onlinesucht, Onlinesexsucht oder SMS-Sucht. Wir warten noch auf weitere Studien, um konkret auch die Fernsehsuchtgefahr konkret zu belegen. Allerdings sind uns aus der täglichen Beratungspraxis durchaus ernstzunehmende Fälle bekannt, in denen 'Serienopfer' zu beklagen sind. Es handelt sich dabei zu 80 Prozent um Frauen, die den täglichen Mittags- und Nachmittags-Talkshows mit Haut und Haar verfallen sind."


Die Webseite des Vereins:

www.mediarisk.org

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