Das Markforschungsinstitut Ipsos hat im Auftrag der Fernsehzeitschrift TV Today eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage durchgeführt, in der 1.000 Bundesbürger ab 14 Jahren zum Programm der öffentlich-rechtlichen Sender befragt wurden. Danach sagen 43 Prozent der Deutschen, es brauche kein gebührenfinanziertes, zusätzliches Programm, da die Grundversorgung schon durch die Vielzahl der Privatsender gewährleistet sei. In der jüngeren Bevölkerungsgruppe unter 29 Jahren sind sogar 51 Prozent dieser Ansicht.
Etwa 35 Prozent der Befragten hält allerdings die öffentlich-rechtlichen Sender für unverzichtbar, da sie ihrem Auftrag der Grundversorgung nachkommen. Ein weiteres knappes Drittel (30 Prozent) möchte hingegen den Grundversorgungsauftrag komplett abschaffen und fordert eine völlige Wettbewerbsorientierung der gebührenfinanzierten Sender. Das würde allerdings das Aus für Minderheitenprogramme bedeuten. Jeder Siebte aber votiert für einen ganz anderen Weg: Die öffentlich-rechtlichen Sender sollen ausschließlich Minderheitenprogramme senden und den Wettbewerb um die Einschaltquoten den Privatsendern überlassen. Bei dieser Frage war Mehrfachnennung möglich.
Wie die Umfrage weiter ergab, möchten die Zuschauer die öffentlich-rechtlichen TV-Sender trotzdem mehrheitlich als Vollprogramme behalten. Neun von zehn Deutschen halten die Nachrichtenprogramme der Öffentlich-Rechtlichen für unverzichtbar. Mit 87 Prozent wollen ähnlich viele nicht auf Spielfilme verzichten. Auch die öffentlich-rechtlichen Natur- und Tiersendungen fanden breite Zustimmung. 82 Prozent plädierten für deren Erhalt. Jeweils 81 Prozent wollen weiterhin Regionalprogramme sowie Dokumentationen und Reportagen sehen. Immerhin drei Viertel der Deutschen halten Unterhaltungsshows, Sportübertragungen und Kultursendungen für unverzichtbar bei den Öffentlich-Rechtlichen. 71 Prozent wollen weiterhin ein Kinderprogramm.
Weniger beliebt sind Volksmusiksendungen, die nur 51 Prozent der Deutschen erhalten wollen. Auch Serien und Daily Soaps wollen nur 41 Prozent im gebührenfinanzierten Fernsehen sehen.
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