Allen 15 Tracks liegen Gedichte John Donnes zugrunde. Teils singt sie Bjornstad mit raureifer Stimme selbst, teils singt Anneli Drecker (Ensemble Bel Canto) mit klarer, seliger Stimme, teils hören wir beide im Duett. Begleitet werden die sich beim Singen zu luftigen Seelenlandschaften ausbreitenden Songs von Trilok Gurtu (Percussion), Eivind Aarset (Gitarre), Arild Anderson (Bass), Bendik Hofseth (Saxophon/Vox) und Bjornstad selbst am Flügel.
Die herausfordernde Magie der Musik dieses Ensembles liegt im spartanischen Spiel innerhalb klarer Song-Strukturen. So bewegen sich freie Räume um die fliegenden Gesangslinien. Räume, die nach und nach von den Instrumentalisten ausstaffiert werden. Und in der Tat bestätigt Bjornstad: "Mein kategorischer Imperativ lautet: Spiel' nicht zuviel!"
So bleibt mal der Eindruck Purcell'scher Grazie, mal der Geist nordischer Folklore, mal der Fingerabdruck schwelgenden Adagio-Jazz' zurück. Insgesamt aber meint man glühende Stimmen über einem fernen Eissturm zu hören.
Lieber Ketil Bjornstad, erfolgreicher Schriftsteller, frühes Klassik-Wunderkind und seit den 1970er-Jahren begnadeter Ausnahme-Jazzer, was soll nach dieser perfekten Musik-Poesie bloß noch folgen? --Volker Wildekeine Reviews